"Y: The Last Man" - Der letzte Mann auf Erden

Y The Last Man - Vertigo (über Amazon.de)
Y The Last Man - Vertigo (über Amazon.de)
Der Comic "Y: The Last Man" von Brian K. Vaughan handelt vom letzten Überlebenden einer tödlichen Krankheit, die alle Männer dieser Welt getötet hat.

Yorick Brown ist ein junger Mann in seinen Zwanzigern. Er ist - gemeinsam mit seinem Affen Ampersand - außerdem das letzte männliche Wesen auf diesem Planeten. Den eine ebenso geheimnisvolle, wie schnell tödlich wirkende Krankheit hat alle Männer - Menschen und Tiere - auf der Erde innerhalb von ein paar Minuten getötet. Yorick, der eine Art Entfesselungskünstler ist, hat keine Ahnung, wieso gerade er mit seinem Affen am Leben blieb. Er weiß nur so viel: Er möchte unbedingt zu seiner Freundin. Diese befindet sich gerade in Australien. Dorthin zu gelangen ist aber gar nicht so einfach, da mit dem Tod aller Männer die Infrastruktur innerhalb von Sekunden zusammengebrochen ist.

Kampf um die neue Ordnung

Dass die Reise für Yorick lang und beschwerlich werden wird, ist aber nicht sein einziges Problem. Als letzte lebende männliche Wesen muss er sein Äffchen und sich immer wieder vor verschiedenen Gruppen von Frauen verstecken. Da wären zum Beispiel die Amazonen, die sich auf die Fahnen geschrieben haben, dass der Tod aller Männer eine gerechte Strafe dafür ist, dass diese die Frauen immer unterdrückt haben. Sobald die Kunde von Yoricks Überleben zu ihnen vordringt, entschließen sie sich dazu, mit ihm das männliche Geschlecht für immer auszulöschen. Die Amazonen sind aber nicht Yoricks einziges Problem. Seine Mutter, eine Kongressabgeordnete, hat nicht vor, ihren Sohn nach Australien gehen zu lassen, da sie will, dass er mithilft, die menschliche Rasse zu retten. Yorick will diese schwere Bürde aber nicht annehmen Da das amerikanische Heer in Trümmern liegt, schickt Yoricks Mutter ihrem Sohn eine Einheit der israelischen Armee hinterher. Die Anführerin der Soldatinnen hat aber ihre eigenen Ziele, sie möchte Yorick nach Israel bringen. Gemeinsam mit Agentin 355, die Yorick von der amerikanischen Präsidentin (die vor der Katastrophe noch Landwirtschaftsministerin war) zugeteilt wurde, wird Yorick - der den Auftrag erledigen muss, wenn er nach Australien will - losgeschickt, um Dr. Allison Mann zu finden, einer Wissenschaftlerin, dem es kurz vor dem Tod aller Männer gelungen ist, einen Menschen zu klonen. Verfolgt von allen möglichen Frauen, macht sich Yorick gemeinsam mit Agentin 355 auf den Weg.

"Y: The Last Man": Ein postapokalyptisches Comic-Szenario

Brian K. Vaughan verliert beim Handlungsaufbau von seinem Comic "Y: The Last Man" wirklich nicht viel Zeit. Bereits auf den ersten Seiten sterben alle Männer an einer bisher unbekannten Art von Seuche (welche die Protagonisten schliecht "Pest" nennen) und mit ihnen auch alle männlichen Tiere. Bemerekenswert ist dabei die nichtlineare Struktur. Zuerst wird gezeigt, dass alle Männer sterben und dann erzählt Vaughan in einem Flashback, was in den 30 Minuten zuvor passiert ist und streut dabei schon einige Hinweise, welche die Herkunft der Seuche betreffen könnten. Dabei führt er auch vor, dass Frauen zwar andere, keinesfalls aber bessere Menschen als ihre männlichen Pendants sind. Was ebenfalls sehr glaubhaft ist, ist die Gruppenbildung unter den Frauen selbst und dass jede dieser Gruppierungen Yorick gerne für sich hätte, um mit ihm Dominanz über die anderen zu erlangen (abgesehen von den Amazonen, die ihn tot sehen wollen).

Eine einfache Geschichte

Eigentlich ist das Grundgerüst der Geschichte von "Y: The Last Man" ganz einfach. Es geht um einen jungen Mann, der - mitten in einer den Bach runtergehenden Welt - einfach nur von A nach B gelangen möchte. Das Interessante ist das, was ihm unterwegs passiert. Dabei stellt sich vor allem die Frage, woran die Männer alle gestorben sind und ausgerechnet Yorick und sein Affe, die nun wirklich nichts besonderes darstellen, diese tödliche Krankheit nicht nur überlebt, sondern gar nicht erst bekommen haben. Und außerdem ist es gar nicht so einfach, sich als letzter Mann auf der Welt vor all den weiblichen Wesen versteckt zu halten, wenn man Tag und Nacht unterwegs ist.

Fazit zu "Y: The Last Man"

"Y: The Last Man" ist eine mitreißende und gut geschriebene Geschichte, die den Leser bis zu letzten Seite fesselt. Die Geschichte ist bereits abgeschlossen und der Kauf der (nicht mehr allzu teuren) einzelnen Ausgaben lohnt sich wirklich.

Udo Seelhofer, Udo Seelhofer

Udo Seelhofer - Studium: Deutsche Philologie (abgeschlossen) Kombinierte Religionspädagogik (im letzten Abschnitt) Arbeit: Seit Oktober 2006 ...

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