Buchkritik: "Wer länger lebt, ist später tot" von Max Brooks

Buchdeckel - Thalia.at
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Eine Rezension über das Buch "Wer länger lebt, ist später tot", dem Nachfolger des "Zombie Survival Guides" von Max Brooks.

Horrorfilme wie "Die Nacht der lebenden Toten" von George A. Romero, in denen Menschen von einer immer größer werdenden Horde Zombies gejagt werden, kennen wir alle. Was aber würde geschehen, wenn die große Invasion der Untoten nicht nur auf der Leinwand, sondern im wirklichen Leben geschehen würde?

Eine fiktive Dokumentation

Der Autor Max Brooks (dessen Vater, Mel Brooks, für Filmfreunde auch kein Unbekannter sein dürfte) hat sich in seinem Buch "Wer länger lebt ist später tot" (Originaltitel: "World War Z") mit genau diesem Thema beschäftigt. Allerdings wählte er dafür eine sehr ungewöhnliche Form, da er auf eine durchgehende Handlung verzichtete und sein Werk als eine Art Kriegsberichterstattung schrieb. Der Inhalt des Buches besteht also hauptsächlich aus fiktiven Berichten und erfundenen Interviews mit Personen (wobei von einem Arzt in China bis hin zum Chef der CIA alle zu Wort kommen) aus allen möglichen Ländern. Die Berichte selbst setzen sich dabei aus packenden Einzelschicksalen, militärischen Berichten und Dokumentationen der Reaktionen verschiedener Regierungen aus den unterschiedlichsten Winkeln unseres Planeten zusammen.

Was ist an diesem Buch so ungewöhnlich?

Das Bemerkenswerte an Brooks Werk ist, dass er zwar ursprünglich von einem völlig unrealistischen Setting (Zombies überrennen die Erde und vernichten beinahe die menschliche Zivilisation) ausgeht, der Inhalt des Buches aber dennoch völlig realistisch wirkt und man als Leserin oder Leser eigentlich am allerwenigsten darüber nachdenkt, dass die beschriebenen Geschehnisse komplett unrealistisch sind, da es nun einmal keine Zombies gibt, sondern sich viel eher überlegt, ob die Menschheit nicht auf eine verheerende globale Krise durchaus so reagieren könnte, wie es hier in diesem Werk beschrieben wird. Es geht Max Brooks also keineswegs um die lebenden Toten, er benutzt diese nur als Hintergrund, um die vielfältigen Reaktionen der befragten Personen auf etwas zu zeigen, was diese früher für absolut undenkbar gehalten hätten.

Die deutsche Übersetzung des Buch ist eigentlich gut gelungen, zu bemängeln ist aber der deutsche Titel "Wer länger lebt, ist später tot", da dieser suggeriert, dass hier der Humor im Vordergrund stehen würde. Das ist nicht der Fall, wobei der Autor genügend Witz aus der Tatsache zieht, dass ein völlig surreales Setting todernst durchgezogen wird. Dennoch bleibt dieser (der Humor) eher im Hintergrund. Der englische Titel ("World War Z. An Oral History of the Zombie War") fängt viel besser ein, worum es sich bei diesem Buch wirklich handelt: Ein Stück Horrorliteratur, welches in der Form eines "fiktiven Sachbuches" geschrieben wurde.

Fazit

Natürlich sollte man, um dieses Buch wirklich schätzen zu können, eine gewisse Vorliebe für Horrorliteratur und -filme mitbringen. Wenn man sich von dem ungewöhnlichen Thema aber nicht abschrecken lässt, dann erwartet die Leserinnen und Leser ein Lesegenuss der etwas anderen Art!

Brooks, Max: "Wer länger lebt, ist später tot. Operation Zombie", Verlag Wilhelm Goldmann TB 2007. Taschenbuch 448 Seiten

ISBN: 978-3442465392

Preis: 8,95 Euro

Udo Seelhofer, Udo Seelhofer

Udo Seelhofer - Studium: Deutsche Philologie (abgeschlossen) Kombinierte Religionspädagogik (im letzten Abschnitt) Arbeit: Seit Oktober 2006 ...

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